Irland ist nicht nur für Whiskey und Guinness bekannt – die Insel hat sich in den letzten Jahren still und leise zu einer echten Gin-Nation gemausert. Und mit dem Ninth Wave Irish Gin aus der Hinch Distillery liefert uns die Grüne Insel ein Fläschchen, das nach der neunten Welle des Atlantiks benannt ist – angeblich immer die kräftigste. Ob dieser Gin diesem Namen gerecht wird, schauen wir uns jetzt mal genau an.

Steckbrief
| Name | Ninth Wave Irish Gin |
| Marke | Hinch Distillery |
| Herkunft | Irland |
| Stil | New Western |
| Botanicals | Wacholder, Koriander, Zitrus, Kardamom, Angelika, Iris, Minze, Honig, Brennnessel, Tanne |
| Alkoholgehalt | 43% |
| Preisklasse | Mittelklasse |
Geschmacksprofil
Nase: Gleich beim ersten Schnuppern merkt man, dass hier kein Standard-Wacholder-Bums abgeht. Es eröffnet sich eine frische, fast schon grüne Wiese mit Minze und einem leicht harzigen Tannen-Ton, der einen sofort in einen irischen Wald katapultiert. Dahinter bl&itzelt es zitrisch, und eine feine süßliche Honignote schmiegt sich sanft um die kräutrige Basis.
Gaumen: Am Gaumen zeigt sich der Ninth Wave überraschend komplex. Der Wacholder bleibt dezent im Hintergrund, während Kardamom und Koriander für eine leicht würzige, warme Note sorgen. Die Brennnessel – ja, richtig gelesen – bringt eine erdige, fast grün-pfeffrige Facette mit rein, die diesen Gin von der Masse abhebt. Die Iris rundet alles mit einer feinen, blümchenhaften Eleganz ab.
Abgang: Der Abgang ist erfreulich lang und bleibt frisch-kräutrig, mit einem letzten Hauch von Honigsüße, der ganz sanft verklängt. Kein Alkohol-Brennen, sondern ein weiches Ausklingen, das Lust auf den nächsten Schluck macht.
Perfect Serve
Pur: Für Gin-Puristen absolut empfehlenswert – einfach on the rocks, um die komplexe Botanical-Mischung in Ruhe zu erkunden.
Mit Tonic: Hier würden wir zu einem milden, klassischen Tonic wie Fever-Tree Mediterranean Tonic Water raten. Es unterstützt die floralen und kräutrigen Nuancen, ohne den Honig und die Minze zu übertönen. Garnitur: ein Zweig frischer Minze und eine Scheibe Grapefruit.
Im Cocktail: Der Ninth Wave macht sich hervorragend in einem Gin Basil Smash oder einem einfachen Gin Fizz, wo seine kräutrig-honigartige Seite so richtig zur Geltung kommt.
Fazit & Bewertung
Der Ninth Wave Irish Gin ist definitiv kein Gin für Leute, die einen klassischen, wacholderbetonten London Dry suchen. Er ist eher etwas für Entdecker, die gerne mal ungewöhnliche Botanicals wie Brennnessel und Tanne probieren möchten und Freude an einem frisch-kräutrigen Gin mit süßlichem Unterton haben. Für Einsteiger vielleicht etwas speziell, für Gin-Fans mit Entdeckerherz aber ein echtes Highlight aus Irland.
Bewertung: 4 von 5 Wacholder-Beeren
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